Was heißt hier digital? 

Berechtigte Frage, denn die Bandbreite in der aktuellen Kunst ist groß – und reicht von der elektronischen Installation bis zur 3-D-Raumprojektion.


Einordnung:

Meine bildnerische Arbeit folgt klassischen Vorgehensweisen. 

Will sagen: Digitale Möglichkeiten haben meine Sicht nicht grundsätzlich verändert, jedoch Darstellungsoptionen erheblich erweitert. 


Das beginnt bei den Werkzeugen:

Pinsel, Spachtel und Stiftformen sind frei wählbar oder können nach eigenen Vorstellungen entwickelt werden. 

Es folgen Grundlagenzeichnung, Malgründe und Ausarbeitungsebenen als vielfache Überlagerung. Eine hohe Auflösung sorgt dabei für ungewöhnlichen Detailreichtum. 

Die digitale Arbeitsweise bietet hier größtmögliche Gestaltungsfreiheit in Bezug auf Format, Farbe oder Struktur.

Das Gesamtvorgehen beim Aufbau der Datei/des Motivs entscheidet jedoch später, beim Zusammenspiel, über die Wirkung der unterschiedlichen Farbebenen.


Meine Entscheidung dabei: experimentierfreudig vorgehen - aber das Ergebnis immer selbst steuern. So entsteht alles in reiner Hand- und Kopfarbeit. Mit einer grundgelegten Neugier, darstellerische Grenzen zu verschieben.


Einfach digital: Im Prinzip kann ich überall tätig werden und trage mein Atelier, bei Bedarf, bei mir. Jede Menge Arbeit und Idee: Staunenswertes auf Knopfdruck gibt es nicht.


Zum besseren Verständnis meiner Arbeit zeige ich hier kurz einen Einblick in meine Vorgehensweise:


Nach thematischer Findung werden erste Motive erarbeitet. Die teils extrem dimensionierten Großformate gestalten die Arbeit im Detail sehr anspruchsvoll.

Dynamische Abschnitte wechseln sich ab mit holzschnittartigen Strukturen.


Mit dem Start der Farbüberlagerungen füllen sich teils riesige Bildräume.


Ausgestattet mit unendlich vielen Farbschattierungen, Strukturen und Verfremdungen entstehen komplexe Kompositionswelten, die sich erst nach und nach erschließen.




Nach Fertigstellung der Komposition, lege ich das Endformat der Einzelbilder fest und unterteile das Gesamtmotiv in Sinnabschnitte. Der Betrachter steht nicht vor einem Großformat, sondern erschließt sich das Motiv über bewusst inszenierte Einzelszenen.


„Fuchs im Herbst“


Die 16-teilige Serie schildert die Abfolge von Erlebnissen eines ganzen Jahres aus unterschiedlichen Perspektiven.


Exemplarisch gezeigt werden 3 von 36 Entwicklungsebenen bis zur Fertigstellung im Detail.